Bewertung umweltpolitischer Instrumente für Ozonminderungsstrategien in Europa
Auftraggeber  Europäische Union (DG XII)
Bearbeiter R Friedrich (Ansprechpartner)
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Abteilung Technikfolgenabschätzung und Umwelt
Laufzeit von 01.05.1996 bis 31.05.1998
Aufgabenstellung des Projekts
Ziel dieses Projektes ist die Analyse und Bewertung von umweltpolitischen Instrumenten zur Implementierung kosteneffizienter Minderungsstrategien troposphärischer Ozonkonzentrationen in Europa.
Kurzbeschreibung des Projekts

Bisher existiert keine umfassende Strategie zur Vermeidung erhöhter Konzentrationen bodennahen Ozons in Europa während der Sommermonate. In einem ersten Schritt sind demnach Minderungsziele für Ozonvorläufersubstanzen, insbesondere Stickstoffoxide (NOx) und Nicht-Methan-Kohlenwasserstoffe (NMVOC), zu identifizieren, die zu einer substantiellen Reduzierung der Ozonkonzentrationen führen, sowie kosteneffiziente Maßnahmen und Maßnahmenbündel zu ermitteln, mit denen diese Ziele erreicht werden können.

Es ist dabei anzunehmen, daß Kosten (direkte und indirekte Kosten der Emissionsminderung) und Nutzen (verminderte Schadenskosten aufgrund niedrigerer Ozonkonzentrationen) einer im Hinblick auf die Ozonminderung wirkungsvollen Strategie nicht gleich und gerecht zwischen einzelnen EU Ländern verteilt sein werden. Daraus ergibt sich als zweiter Schritt die Untersuchung von Möglichkeiten zur fairen und gerechten Implementierung einer umfassenden europäischen Strategie zur Reduzierung troposphärischer Ozonkonzentrationen.

Die Forschungsaktivitäten konzentrieren sich dabei auf folgende Gebiete:

  • Simulation realistischer Szenarien zur Reduzierung von Ozonvorläufersubstanzen in europäischen Ländern und Regionen: neben einem Referenzfall für das Jahr 1990 werden ein Trend-Szenario (business-as-usual) und verschiedene Minderungsszenarien für das Jahr 2010 entwickelt; dabei wird für das Trend-Szenario eine Weiterführung aktueller Entwicklungen, jedoch keine darüber hinausgehende Minderung der Ozonvorläufer angenommen.
  • Modellierung von Ozonkonzentrationen inEuropa und in ausgewählten urbanen Verdichtungsräumen (Mailand, Athen, Stuttgart): mit Hilfe des EMEP Modells werden auf der Basis der jährlichen Emissionen von Ozonvorläufersubstanzen die resultierenden Ozonkonzentrationen in einem 150 x 150 km Gitter berechnet. Um darüber hinaus lokale Aspekte erhöhter Ozonkonzentrationen zu erforschen, werden für drei städtische Großräume höher aufgelöste Modellrechnungen mit dem EUMAC ZOOMING MODEL (EZM) durchgeführt.
  • Identifizierung von Maßnahmen zur Emissionsminderung, die zur Reduktion troposphärischer Ozonkonzentrationen beitragen und so Schadenskosten durch Beeinträchtigung der menschlichen Gesundheit und der Vegetation reduzieren: auf der Basis eine Maßnahmendatenbank werden Minderungskostenkurven für jedes EU Mitgliedsland berechnet; mit Hilfe dieser Kostenkurven werden dann ökonomische Auswirkungen einer Minderungsstrategie in einem allgemeinen Gleichgewichtsmodell untersucht und eine kostenoptimale europäische Minderungsstrategie identifiziert
  • Analyse und Bewertung von umweltpolitischen Instrumenten zur europaweiten Implementierung von Minderungsstrategien: über die Untersuchung verschiedener umweltpolitischer Instrumente soll eine effiziente Strategie zur Implementierung von Minderungssmaßnahmen entwickelt werden, die vor allem die Harmonisierung und einen Lastenausgleich innerhalb der EU zum Ziel hat.

Die Ergebnisse dieses Projektes sollen zur Entscheidungsfindung in der Umweltpolitik beitragen, wobei die Minderung troposphärischer Ozonkonzentrationen vor allem unter Berücksichtigung nationaler und regionaler Kosten und Nutzen erfolgen soll. Weiterhin soll die entwickelte Methodik, soweit möglich, auch auf andere Schadstoffe übertragbar sein. Zur Identifikation relevanter Emittentengruppen wurde die Emissionssituation der Ozonvorläufersubstanzen im Basisjahr 1990 untersucht. Auf diese Weise wurden die Sektoren Public Power, cogeneration and district heating (SNAP 1), sowie Industrial combustion (SNAP 2) und Road transport (SNAP 7) für NOx und Solvent Use (SNAP 6) und wiederum Road Transport (SNAP 7) für NMVOC als besonders relevant eingestuft.

Weitere Informationen
www.ier.uni-stuttgart.de/infos