Analyse der Energie-Autarkiepotenziale für Baden-Württemberg mittels integrierter Energiesystemmodellierung
Auftraggeber  BWPLUS – Programm Lebensgrundlage Umwelt und ihre Sicherung des Landes Baden-Württemberg
Bearbeiter J Tomaschek (Ansprechpartner)  M Blesl  U Fahl
Abteilung Energiewirtschaft und Systemtechnische Analysen
Laufzeit von 01.12.2013 bis 31.05.2016
Aufgabenstellung des Projekts
Vielfältige Aktivitäten zur Nutzung erneuerbarer Energien, zur Energieeinsparung und zur Emissionsminderung von Kommunen, Regionen, aber auch Bundesländern lassen sich unter dem Schlagwort der „Energie-Autarkie“ bündeln. Im Rahmen dieses Projektes wird vor diesem Hintergrund in einem interdisziplinären Forschungsteam von Ingenieur- und Naturwissenschaftlern sowie Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlern den folgenden zentralen Fragen nachgegangen:
  1. Begriffsverständnis zur Energie-Autarkie bei Wissenschaft, Stakeholdern und Bürgerschaft innerhalb von Baden-Württemberg.
  2. Technische und ökonomische Modellierungsansätze zum Energiebedarf und den verfügbaren Energieressourcen. Dabei soll insbesondere auch die Bedeutung von Energiespeichern, Flexibilisierungspotenzialen und Netzen analysiert werden.
  3. Simulation der für ein regionales Optimum benötigten Infrastruktur und Analyse deren Konsistenz.
  4. Partizipation (Stakeholder und Experten) und Akzeptanz (Bürgerschaft) für die erforderliche Infrastruktur, deren Kosten, Verhaltenskonsequenzen (Energieeinsparung) und Aktivitätspotenzial (Energiegenossenschaften, Lokale Agenda Gruppen, Stadtwerke usw.)
Kurzbeschreibung des Projekts
Es werden Simulationen und Szenarien zu den drei Kernbereichen der Energiewende, Wärme, Strom und Mobilität im privaten, industriellen und gewerblichen Sektor, erstellt. Hierzu gilt es, komplexe Simulationsmodelle auf Basis vorhandener erprobter Simulationssysteme weiter zu entwickeln und informationstechnisch miteinander zu einem modularen Modellverbund über die Institutsgrenzen hinweg in Verbindung zu bringen. Hinzu kommen soziale Szenarien (Partizipation) auf Ba¬sis von Bürgerumfragen, Stakeholderbefragungen und Diskursverfahren und -formaten (z. B. Bürgergutachten). Abgebildet werden soll dadurch das prototypische Energieverhalten und die Energienutzung, die Bereitschaft zur Handlungsänderung und dafür subjektiv als wichtig definierte gesellschaftliche Rahmenbedingungen sowie die Akzeptanz verschiedener Technologien. Die Einschätzung relevanter Parameter und der Tendenz zu deren Veränderung soll wiederum mittels der Cross-Impact-Bilanzanalyse geleistet werden, u. a. durch Expertenbefragungen. Diese Vorgehensweise soll die Komplexität des modularen Modellverbundes reduzieren und pragmatisch auf als wissenschaftlich realistisch empfundene Optionen eingrenzen.