Energieeffizienz durch E-Commerce bzw. Internethandel
BetreuerM.Sc. Michael Miller
AbteilungESA
Art der Arbeit:theoretisch
Studienrichtung:alle
Beschreibung der Arbeit

Informations- und Telekommunikationstechnologien (IKT) erhalten zunehmend Einzug in alle Lebensbereiche. Gemessen am Gesamtstromverbrauch hatten IKT in Deutschland 2011 mit 60,72 TWh einen Anteil von 2,5 % (AGEB, 2013). Auf nahezu den gesamten restlichen Endenergiebedarf kann durch IKT Einfluss genommen werden. Eine Möglichkeit der Analyse dieser ‚Enabler‘-Funktion von IKT stellt die Bewertung von Anwendungsfällen der IKT dar.

E-Commerce bzw. Internethandel (auch Teleshopping oder Virtual Store) setzt hierbei insbesondere bei der Vermeidung von Transportwegen an. Aber auch Aspekte wie beispielsweise eine potentiell verringerte Ladenfläche können einen Einfluss auf die Kosten und den Energieverbrauch eines solchen Konzepts haben. Weltweit wird das Emissionsminderungspotenzial durch E-Commerce von GeSI (2012) auf 0,09 GTCO2e geschätzt.

Ziel der Arbeit ist es, ausgehend von diesem in der Literatur bezifferten Potenzial ein Energiesystemmodell zu entwerfen, um die Wechselwirkungen von zusätzlichem Verbrauch durch IKT und möglichen Einsparungen zu erfassen. Hierzu werden die eingesetzten IKT (Bildschirme, Smartphones, Desktop-PC usw.) erfasst, deren Eigenenergiebedarf quantifiziert und die erschließbaren Energieeinsparpotenziale (durch die Substitution von Fahrtwegen) bewertet. Je nach Umfang der Arbeit sollen darüber hinaus die dazugehörigen Kosten erfasst und den erschließbaren Kostenverminderungen gegenübergestellt werden.

Aufgabenstellung

Zur Analyse und Bewertung der Potenziale soll im Rahmen dieser Arbeit ein excelbasiertes Bewertungsmodell entwickelt werden.

Hierzu soll im ersten Schritt bestehende Studien und Publikationen identifiziert und ausgewertet werden. Es folgt im zweiten Schritt die Definition von Systemgrenzen für das Bewertungsmodell. Im dritten Schritt werden die im System enthaltenen Energieverbräuche und die eingesetzten IKT Komponenten (u.a. Desktop-PCs, Bildschirme, Telekommunikationsnetze, Server, Rechenzentren) determiniert. Im vierten Schritt werden den Komponenten dieses Modells Energieverbräuche (und ggf. Kosten) zugeordnet. Im fünften Schritt werden die erschließbaren Energieeinsparpotenziale (ggf. auch Kosteneinsparpotenziale) bestimmt.

In gleicher Art und Weise wird das Referenzsystem ohne IKT aufgesetzt und bewertet. Die Quantifizierung des Einsparpotenzials erfolgt schlussendlich durch den Vergleich des IKT-basierten Systems und des Referenzsystems. In einer nachgeschalteten Szenarioanalyse können – je nach Umfang der Arbeit – darüber hinaus die Auswirkungen von Parametervariationen wie die angenommene Adaption der dematerialisierten Dienste auf das Einsparpotenzial aufgezeigt werden.

Beginn der Arbeit
ab sofort